Guatemala Januar - März 2013
Mein Wochenende war sehr interessant.
Samstag war ich auf dem Markt - obwohl ich dort schon mal ein paar Mal war, war es unheimlich beeindruckend. Am.Wochenende ist dort, logisch, auch nochmal viel mehr los als unter der Woche.
Der Bereich mit den Tourisachen ist schon sehr hektisch und aufregend ("Que busca?" "Tengo bolsas" "Wä-i gud breis fo ju!" "HOOOOLA señorita, aqui, aqui!" von allen Seiten), aber wenn man in die Bereiche kommt, in denen die Guatemalteken einkaufen, wird es sehr abenteuerlich. Die Menschen, die Kleidung und Kosmetik verkaufen, sind meist innen. "Innen" heisst in dem Fall, dass sich in einer Art riesigen Halle, also Wellblechdächern auf Holzpfählen und weit und breit kein Tageslicht, Verkäufer, Waren und Kunden drängen. Da manche Familien nur ihren Stand und keine Wohnung haben, sieht man auch Kinder fernsehen, Leute schlafen, essen oder Zähne putzen. Die Gänge sind winzig und eng, die Luft stickig. Aber kein vergleich zum Fleischbereich, wo die Fliegen mit den Händen vom verrottenden Fleisch und den Blutlachen vertrieben werden.
Obst und Gemüse wird in einer unglaublichen Vielfalt meist unter freiem Himmel verkauft. Die Menschen mit den gefälschten Uhren und ebensolchen Medikamenten stehen, immer Wegrennbereit, mit Klappkoffern daneben.
Und überall soviele Menschen, dass man sich kaum fortbewegen kann.

Abends hat mich Sophie zur Familienfeier ihres Salsalehrers eingeladen. Aufgrund irgendeines Brauchs wurde 8 Tage lang gebetet und dann gefeiert - aber wie!
Das ganze fing mit Essen (traditionelle Maispampe) und trinken (Pappsüßer Punsch) an. Dann wurden seltsame, bunte Eier verteilt. Wie sich herausstellte, waren die ausgeblasen und mit klitzerigem, klebrigen Konfetti gefühlt und dafür gedacht, sie anderen auf den Kopf zu schlagen. Und, anders als an Fastnacht in Deutschland, gab es keine Spielverderber. Die Omas mit perfekt sitzender Dauerwelle haben genau so mitgemacht wie die kleinsten Kinder. Das ganze hat sicher eine Stunde gedauert und danach gab es Kuba Libre und Musik. Die Leute haben getanzt - aber wer und wie! Alle Salsa, und der Held des Abends war ein Mann über 80, der mit jeder Dame der Fiesta, von 2 bis 90, einmal getanzt hat. Ein kleines Mädchen wollte ständig von mir mit Eiern gejagt werden oder mit mir tanzen (und das hatte die ca. 6-jährige echt im Blut!) und alles in allem war das ein toller Abend. Ich überlege nun auch, Salsastunden zu nehmen, so cool sah das aus und soviel Spaß hat das gemacht. Sicher einer der wenigen "echten" Erlebnisse hier.

Heute hab ich viel gefuttert - morgens war ich mit Penny, der 68-jährigen Amerikanerin, die auch hier wohnt, frühstücken und dann haben wir uns eine Mayaausstellung in der spanischen Botschaft angesehen. Mittags war ich mit Anna und Katharina nach dem Bummeln Bagels essen und grade mit den Heimgekehrten vom Wochenendtrip zum Atitlansee Pizza essen. Jetzt bin ich satt - und müde. Gute Nacht!
4.2.13 05:06
 


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